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Lernen und sich Auseinandersetzen mit neuen Technologien: Digitally Agile Youth Work

Die Einführung neuer Arten des Lernens, die digitale Technologien verwenden, kann verwirrend sein. Daher kamen Expert/-innen und Jugendarbeiter/-innen von sieben verschiedenen Organisationen zusammen, um verschiedene innovative Methoden, Werkzeuge und einige geniale neue Praktiken zu sammeln! Aufgrund der schwindelerregenden Anzahl von Online-Plattformen und Spielereien, die heutzutage entwickelt werden, wurden in diesem großartigen Projekt wertvolle Fähigkeiten vermittelt, die Pädagog/-innen an Tausende von jungen Menschen in ganz Europa weitergeben können.

Die Einführung neuer Arten des Lernens, die digitale Technologien verwenden, kann verwirrend sein. Daher kamen Expert/-innen und Jugendarbeiter/-innen von sieben verschiedenen Organisationen zusammen, um verschiedene innovative Methoden, Werkzeuge und einige geniale neue Praktiken zu sammeln! Aufgrund der schwindelerregenden Anzahl von Online-Plattformen und Spielereien, die heutzutage entwickelt werden, wurden in diesem großartigen Projekt wertvolle Fähigkeiten vermittelt, die Pädagog/-innen an Tausende von jungen Menschen in ganz Europa weitergeben können.

Partizipation bedeutet, dass junge Menschen die Macht, die Möglichkeiten und mehr Kontrolle und Mitspracherecht haben in den Angelegenheiten, die wirklich wichtig für sie sind. Die digitale Welt ist dafür ein großartiges Mittel.
Photo of Liz Green
Liz Green Projektkoordinatorin

Wir haben die Projektkoordinatorin, Liz Green von YouthLink Scotland, sowie die Vertreter/-innen der Partnerorganisationen, Dr. Niels Brüggen (JFF – Institut für Medienforschung und Medienpädagogik, Deutschland), Jean-Marie Cullen (National Youth Council of Ireland) und Hilary Phillips (YouthLink Scotland), interviewt:

Was waren die Hauptziele des Projekts?

Unser Ziel war es, digitale Werkzeuge für Fachkräfte der Jugendarbeit zu entwickeln, bereitzustellen und zu fördern. Außerdem wollten wir Entscheidungsverantwortliche und Geldgeber/-innen über neue Trends und aufkommende Ideen informieren. Der Bedarf an Innovation, Training und Lerngemeinschaften wurde vom Jugendsektor bereits erkannt. Selbst Jugendliche, die mit digitaler Technologie vertraut sind, sind nicht unbedingt digital „gebildet“. Genau hier kann Weiterbildung helfen. Wir können von Jugendarbeiter/-innen nicht erwarten, dass sie zu Technikexpert/-innen werden. Sie sollten sich jedoch mit Computern, Smartphones und anderen Geräten auskennen, wenn sie in Kontakt mit ihren Klient/-innen treten.

Wie wurde die Partnerschaft aufgebaut?

Das Projekt wurde 2017 mit sieben Partnerorganisationen aus sechs verschiedenen europäischen Ländern ins Leben gerufen. Fünf dieser Organisationen hatten bereits in anderen Projekten zusammengearbeitet. Außerdem beteiligten sich viele von uns an einer Expert/-innengruppe zu Digitalisierung und Jugend(-arbeit), die von der Europäischen Kommission geleitet wird. Auch wenn wir aus unterschiedlichen Bereichen kamen, brachten wir alle die gleiche Leidenschaft für das Thema und den Austausch unserer Kompetenzen mit.

Welche Vorbereitungen habt ihr getroffen?

Wir begannen mit der Projektplanung fast zwei Jahre vor der Antragsstellung. Die Expert/-innengruppe der Europäischen Kommission und andere kleinere Projekte wie Studienreisen halfen uns sehr dabei, Wissen zu sammeln und Vertrauen zwischen den Partnern zu schaffen. Diese professionellen Organisationen und hochrangigen Expert/-innen mit ins Boot zu holen war der erste Schritt zur Entwicklung einiger großartiger Ideen. Die Planung der Anwendung war zeitaufwendig. Es bedeutete aber auch, dass wir den gesamten Zeitplan des Projekts bereits stehen hatten, als wir anfangen konnten.

Wie war das Projekt strukturiert?

Wir wollten mit dem Projekt drei Dinge schaffen: Eine Sammlung von 38 Best Practices, Trainingsmaterialien und die Europäischen Leitlinien für Digitale Jugendarbeit. Bei den transnationalen Projekttreffen identifizierten wir die Best Practices, bevor wir begannen, an den Trainingsmaterialien zu arbeiten. Später entwickelten wir auf Basis dessen, was wir gelernt hatten, die Europäischen Leitlinien. Wir entwickelten sie so, dass sie für auf allen Ebenen beteiligten Menschen von Relevanz sind, von Jugendarbeiter/-innen bis hin zu Entscheidungsträger/-innen.

Welche Methoden habt ihr eingesetzt?

Wir nahmen zu zwei Zeitpunkten kurze Videos zu den Best Practices auf: Einmal am Anfang und einmal am Ende des Projekts. Die Idee war, die Geschwindigkeit des technischen Wandels während der zwei Jahre darzustellen. 3D-Druck und Virtual Reality Technologie waren z. B. nur Teil der zweite Videoreihe. Eine andere Methode, die uns sehr viel Spaß gemacht hat, war Trainings-Jamsessions, bei denen die Hälfte der Organisationen Bildungsworkshops für die anderen Partner durchführte. Die folgenden Sitzungen wurden dem Feedback entsprechend angepasst. Als Ergebnis aus diesem gemeinsamen Lernprozess konnten wir neue, durch den Input inspirierte, Trainingsmethoden bereitstellen.

Könnt ihr uns Beispiele für die innovativen Methoden nennen, die in den Videos gezeigt werden?

In den #ME-Workshops in Österreich besprachen Jugendliche ab 13 Jahren, wie soziale Medien ihre Vorstellungen von Schönheit und Selbstbild beeinflussen. Um junge Menschen darin zu ermutigen, gemeinsam an einer Aufgabe zu arbeiten, nutzte ein finnisches Team das Handyspiel Spaceteam, in dem die Aufgabe darin besteht, durch Teamwork ein Raumschiff vor einer Katastrophe zu retten. In den Future Monster Labs in Deutschland dachten Kinder über die Zukunft der Umwelt und Beiträge zur Nachhaltigkeit nach, indem sie alte Materialien in einem Projekt wiederverwendeten. Ein weiteres Video zeigt, wie Fotostorys genutzt werden können, um die gemeinsamen Perspektiven von Geflüchteten und jungen Menschen in Irland aufzuzeigen.

Wie habt ihr es geschafft, junge Menschen in das Projekt einzubinden?

Auch wenn junge Menschen letztendlich von diesem Projekt profitieren, möchten wir darauf hinweisen, dass unser Fokus darauf lag, Jugendarbeiter/-innen zu helfen. Allerdings hatten die meisten der teilnehmenden Organisationen konkrete Erfahrungen in der Arbeit mit jungen Menschen. Das National Youth Council of Ireland hat z. B. hat mit über 50 verschiedenen Jugendorganisationen zusammengearbeitet. Besonders in den Beratungsgesprächen gab es viele Gelegenheiten, die Erfahrungen junger Menschen in das Projekt einfließen zu lassen. Herauszufinden, welchen Einfluss die digitale Jugendarbeit auf die jungen Menschen hatte, half uns wirklich dabei, ihre Stimmen in die Richtlinien aufzunehmen! Durch die Beteiligung junger Menschen an den Videos, können Jugendarbeiter/-innen, Organisationen und politische Entscheidungsträger/-innen besser verstehen, wie die Bedürfnisse von Jugendlichen erfüllt werden können.

Was habt ihr aus dem Projekt gelernt?

Viele Jugendarbeiter/-innen verspüren Widerstand gegen den Einsatz digitaler Technologie, besonders mangels Ressourcen und Fähigkeiten. Unser Projekt hat gezeigt, dass es möglich ist, diese Zurückhaltung zu überwinden. Die Trainingseinheiten boten der Gruppe eine fantastische Möglichkeit, ihre didaktischen Fähigkeiten verbessern und Dinge auch aus der Perspektive der Jugendlichen zu erleben. Die Vielfalt der Ideen der Jugendarbeiter/-innen in den Videos war faszinierend! Die Reisen zu den transnationalen Treffen in den anderen Ländern und der Gedankenaustausch mit anderen Fachleuten boten uns Reflexionsmöglichkeiten.

Welche Aufgaben haben die Partnerorganisationen im Projekt übernommen?

Wir haben alle die Bereiche übernommen, in denen wir am besten arbeiten konnten. Eine Person übernahm die Aufsicht der Arbeit an den Richtlinien, während andere für die Training-Jamssessions und die Erstellung der Best-Practice-Videos verantwortlich waren. Wir arbeiteten gemeinsam an allem, aber im Allgemeinen übernahm YouthLink Scotland eine koordinierende Rolle bezüglich der Kommunikation, Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse.

Welchen Schwierigkeiten seid ihr im Projekt begegnet und wie seid ihr damit umgegangen?

Die größte Herausforderung war das Management eines so ambitionierten Projekts. Wir hatten vielleicht bei der Antragsstellung etwas unterschätzt, wie viel finanzielle Förderung wir benötigen würden. Wir mussten das als Team überwinden und alle mussten extrem hart arbeiten. Die Erstellung von Videos hat uns anfangs sehr gefordert, aber wir lernten im Verlauf der Projekts immer mehr dazu.. Wir arbeiteten in Zoom-Meetings, was damals noch sehr innovativ war. Ehrlichkeit half uns, mit schwierigen Situationen umzugehen: Wir hatten keine Scheu, den anderen Teammitgliedern mitzuteilen, wenn wir uns verwirrt fühlten oder eine Abgabe nicht einhalten konnten. Das half, den Druck abzubauen.

Gibt es Nachträge?

Wir haben uns mit unseren alten Partnerorganisationen und mit zwei neuen Organisationen zusammengetan, um einen weiteren Antrag für eine langfristige strategische Partnerschaft zu stellen. Wir sollten bald Rückmeldung erhalten. Dieses Projekt wird für uns ein echter Schritt nach vorne sein. Im Projekt Digitally Agile Youth Work ging es um die Entwicklung von Werkzeugen, Ressourcen und Workshops. Dieses neue Projekt der Learning Communities wird sich speziell auf das Peer-to-Peer-Lernen in Gruppen konzentrieren.

Hast du Tipps für Andere, wie man ähnliche Projekte plant?

Bevor man ein so großes Projekt beantragt, sollte man eine Partnerschaft aufbauen. Die Teilnahme an Seminaren zum Aufbau von Partnerschaften hilft. Es gibt außerdem viele Online-Tools, um sicherzustellen, dass alle auf dem gleichen Stand sind, bevor man die Antragsstellung in Angriff nimmt. Lest den Programmleitfaden gründlich durch und denkt darüber nach, wie die Ergebnisse weitergegeben werden, um im Voraus alle Orte und Plattformen zur Bekanntmachung herauszuarbeiten.

Wow!

Die fantastischen Open-Source-Dokumente, die im Rahmen des Projekts entstanden sind, helfen jedem, der mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeitet, den Überblick über die neuesten Bildungstrends zu behalten! Mehr zu den digitalen Schulungsmaterialien, Best Practices, Richtlinien und praktischen Tipps findest du auf ihrer Webseite.

Projektkoordinatorin

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Liz Green

Liz Green ist ‚Workforce and Practice Managerin‘ bei YouthLink Scotland. Sie leitet die Praxisentwicklung für digitale Jugendarbeit, europäische und internationale Jugendarbeit, Lernen für Nachhaltigkeit, Schulungen und Qualifikationen für Jugendarbeit und die #iwill-Kampagne für den Jugendfreiwilligendienst.

Projektergebnisse

Zu den drei wichtigsten Ergebnissen des Projekts gehörten eine Sammlung von 36 Best Practices, Trainingsmaterialien für die digitale Jugendarbeit, die in Schulungen für Jugendarbeiter/-Innen eingesetzt werden sollen, und die Europäischen Leitlinien für Digitale Jugendarbeit.

Logo of Digital Youth Work

Digital Youth Work Webseite

Du findest alles über das Projekt auf der Webseite. Viel Spaß mit den Videos! Lernt neue Methoden kennen und lasst euch inspirieren!

Lösung ansehen

Über das Projekt

EU Jugendprogramme Aktion:

Kooperationspartnerschaften

EU Jugendprogramm Priorität:

Digitale Transformationen

Jugendbeteiligungsstrategie:

Förderung Beteiligung für alle

Sichtbarkeit:

In jedem Land gab es eine nationale Multiplikatorenveranstaltung. Die Leitlinien wurden auf dem letzten Internationalen Gipfel für Digitale Jugendarbeit im September 2019 vorgestellt, um die zahlreichen innovativen Praktiken zu präsentieren. Etwa 300 Fachkräfte der Jugendarbeit haben sich mit dem Projekt beschäftigt. Diese haben wiederum 3000 jungen Menschen geholfen.

Autor

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Lilla Gősi

Lilla Gősi is a freelance journalist and trainer. She writes, draws and uses the combination of these two for telling stories and creating non formal educational activities. She graduated in Communication and Media and History of Art. She has been publishing since 2012 in the most popular Hungarian weekly magazine, Nők Lapja. She is an active blogger. She loves working with groups and asking questions. She comes from Hungary and lives in Italy since 2017. She participated in several European training, exchange and volunteering projects. The main issues she cares about: promoting sustainability, critical thinking, inclusion and art. In her free time, she enjoys art, culture and travelling related activities.